Ganz besondere Stunden durften die 6 sechsten Klassen der THRS Mitte Mai auf dem idyllischen Gelände des Naturschutzbundes Walldorf-Sandhausen erleben.
Unter fachkundiger Anleitung verbrachten die Klassen dort je einen Schulvormittag, um von 8 bis 12 Uhr bei der Fertigstellung verschiedener Projekte mitzuhelfen.
In Kleingruppen wurden ein Teich sowie ein insektenfreundlicher Steingarten mit einheimischen Stauden angelegt und eine große Kompostaufbewahrung gebaut. Um der vom Aussterben bedrohten Zauneidechse mehr Lebensraum zu verschaffen, bauten die Schülerinnen und Schüler außerdem eine große Eidechsenburg.
Die Arbeit unter freiem Himmel, umgeben von Eidechsen, Blindschleichen, nistenden Vögeln und Störchen machte allen Kindern großen Spaß, den auch der gelegentliche Kontakt mit Brennnesseln nicht trüben konnte. Am begehrtesten war dabei die Arbeit mit Schaufel, Spaten und vor allem der „Wiedehopfhacke“, einem großen, schweren und durchaus gefährlichen Werkzeug, das für die Gartenarbeit benötigt wurde. Aber auch das Zerkleinern der Steine für den Steingarten gefiel den Sechstklässlern ausgesprochen gut. Viel Geschick und auch Kraft benötigte man im Umgang mit der Schubkarre, die bis zum Rand mit schwerem Sand für den neuen Teich befüllt war – es war gar nicht so einfach, diese sicher um die Kurve zu kriegen; entsprechend oft kippte sie um und musste wieder neu befüllt werden. Wie gut, dass die Plackerei mit einer leckeren Brotzeit belohnt wurde!
Am Ende jedes Arbeitstages zeigten die einzelnen Kleingruppen sich in einer Art Rundgang gegenseitig, was genau sie im Laufe des Vormittages bewerkstelligt hatten, stets belohnt mit viel Applaus.
Die Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund wurde von Jan Hendrik Müller, Lehrer an der THRS, angeregt und stieß von Anfang an auf Begeisterung bei allen Beteiligten – und davon gibt es jede Menge: Schulleiter Jens Albrecht freut sich über den „gelebten Bio- und Geounterricht“, bei dem auch Kinder, die keinen Garten zuhause haben, auf ihre Kosten kommen und die sinnstiftende Arbeit in und für die Natur kennenlernen können – vielleicht sogar im Hinblick auf eine zukünftige Berufsorientierung! Albrecht betonte, dass manch „hilfsbereiter, aber im normalen Unterricht oft chaotischer Schüler“ an der frischen Luft und mit einem Werkzeug in der Hand „endlich zeigen kann, was in ihm steckt“.
Dies konnte Peter Schmitt, Gartenbaumeister und Leiter des NABU-Gartens, nur bestätigen. Er hob hervor, dass alle Schüler mit Eifer dabei waren bei dem Projekt, das er mit dem Gartenbautechniker Wolfgang Högerich erstellt hat und das natürlich nur gelingen konnte, weil so viele Menschen daran mitgewirkt haben.
Ein herzlicher Dank geht daher an die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer des NABU Walldorf – Sandhausen, die mit ihrem Elan und ihrer Herzlichkeit alle angesteckt haben!
Ein ebenso herzliches Dankeschön gebührt der „Landestafel Baden-Württemberg“, die sämtliche Kosten für neue Pflanzen, Erde und auch die Verpflegung der Kinder übernommen hat.
Hans Klemm, der die „Tafel Walldorf“ 2008 gegründet hat und als Stellvertretender Vorsitzender bei der Landestafel Baden-Württemberg tätig ist, überzeugte sich am 20.05. persönlich vom Nutzen des Projekts und war wie seine Mitstreiter Hans und Rainer Klemm sowie Mark Darby sichtlich angetan von dem, was da in nur 6 Tagen entstanden war.
Umso schöner, dass das Projekt erst der Anfang ist: Natürlich will die neu angelegte Anlage auch weiterhin gepflegt und erhalten werden, und was würde sich besser dafür eignen als eine wöchentlich stattfindende AG namens „Natur und Naturschutz“, in der motivierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 7 sich weiterhin einbringen können unter fachkundiger Aufsicht der NABU-Mitarbeiter und Lehrerinnen und Lehrer der THRS?
Schulleiter Jens Albrecht jedenfalls hat schon grünes Licht dafür gegeben, und auch Jan-Hendrik Müller und seine Biologiekolleginnen und -kollegen freuen sich auf die Fortsetzung der Kooperation mit dem NABU und der „Tafel Deutschland“ im Sinne des Naturschutzes.
Pu
















